lundi 22 mars 2010

DAS EINZIGE LEBEWESEN

Männliche Seepferdchen haben eine Bruttasche für die Eier, die sie vom Weibchen entgegennehmen. Das Weibchen übergibt die Embryonen direkt in diese Bruttasche. Das Männchen ernährt seinen Nachwuchs mit einer plazentaähnlichen Flüssigkeit, bis sich winzig kleine Seepferdchen entwickelt haben. Im Inneren der Bruttasche wächst ein Gewebe, das die Sauerstoffzufuhr der Eier sichert. Die Tragzeit der Männchen dauert zwischen zehn und 12 Tagen. Während dieser Zeit kommt das Weibchen jeden Morgen das Männchen besuchen. Durch dieses Besuchs- und Begrüßungsverhalten erkennt das Weibchen, wann das Männchen gebären wird und kann sich auf eine neue Brut vorbereiten.67

Die gefährliche Reise des Priesterfisches:
Im Gegensatz zu anderen Fischarten vergräbt der Priesterfisch seine Eier auf dem Land in Erdlöchern. Denn nur in dieser Umgebung können sie sich entwickeln. Doch für den Priesterfisch kann ein Landausflug, auch wenn er nur kurz dauert, den Tod bedeuten. Doch trotz dieser Gefahr tun sie es, denn anderenfalls wäre ihre Generation die letzte.
Diese Fische, die dank der Inspiration Gottes handeln, suchen sich für ihren Landgang einen Zeitpunkt, der die besten Voraussetzungen dafür bietet. Der Priesterfisch wartet auf den Vollmond, um seine Eier im Sand zu vergraben. Denn bei Vollmond steigen die Wellen an und bedecken den ganzen Sand. Der Priesterfisch nutzt den rund drei Stunden andauernden Aufstieg der Wellen und wirft sich in die höchste Welle, um den Strand zu erreichen. Die Priesterfischweibchen, die auf diese Art das Land erreichen, schaffen es indem sie sich meisterlich auf dem Sand rollen, innerhalb dieser kurzen Zeit ihre Eier in rund fünf Zentimeter tiefen Löchern abzulaichen.
Aber damit ist die Gefahr noch nicht vorüber. Wenn sie den Zeitpunkt verpassen, um ins Wasser zurückzukehren, müssen sie das mit ihrem Leben büßen. Die Fische bringen also ein großes Opfer, da sie ein solches Risiko eingehen, um den Eiern die besten Voraussetzungen zu geben. Gleichzeitig gehen sie sehr intelligent vor.68
Wenn man über die Gefahren und das intelligente Verhalten, welches der Priesterfisch an den Tag legt, nachdenkt, wird offensichtlich, dass hinter diesem Fisch eine bewusste und intelligente Kraft stehen muss. Obwohl es hunderte von einfachen Methoden zum Laichen der Eier gibt, bevorzugt dieser Fisch seine Eier im Sand zu vergraben. Nehmen wir einmal an, dass dieser Fisch tatsächlich seine Eier aufgrund einer zufällig entstandenen Gewohnheit im Sand vergräbt, so wie die Evolutionstheorie es behauptet. Was würde dann passieren? Der Fisch würde bereits am Anfang seiner Bemühungen die Eier im Sand zu vergraben eingehen, nämlich sobald er an Land kommt. Denn er hätte sicherlich nicht die Möglichkeit durch Versuche herauszufinden, wann der beste Zeitpunkt für sein Vorhaben ist und daher wäre der Fortbestand der Art auch nicht mehr gesichert. Es ist offensichtlich, dass Gott den Priesterfisch so geschaffen hat, dass dieser seine Eier im Sand ablegt. Er ist es auch, Der dem Fisch zeigt, wann der beste Zeitpunkt ist und sichert so dessen Fortpflanzung und Überleben.

Der Wels bereitet seinen Jungen aus Moos ein Nest
Das Welsweibchen laicht zwischen Mai und Juni. In dieser Zeit tritt der Fleck am Ende ihrer Flosse deutlich hervor. Sie sucht sich einen moosigen Ort in einem See oder Fließgewässer und legt ein rundes Nest an. Das Männchen drückt während des Nestbaus, indem er sich im Kreis dreht, das Moos nach oben. Das Weibchen befestigt die Eier an die Stiele und Blätter der Pflanzen. Das Männchen bewacht das Gelege. Erneut schwimmt er in Kreisen über das Nest, um den Eiern dadurch Sauerstoff zufächeln. Der männliche Wels beschützt seine Jungen, bis sie eine Länge von zehn Zentimetern erreicht haben.69

Ein weiteres Lebewesen, das eine lange Strecke zurücklegt,
um sich zu vermehren: Der Grauwal
Jedes Jahr zwischen Dezember und Januar macht sich der Grauwahl vom nördlichen Eismeer in Richtung der südwestlichen Strände Amerikas, Richtung Kalifornien, auf den Weg. Um sein Ziel verwirklichen zu können, muss er die warmen Gewässer erreichen. Das interessante an der Sache ist, dass der Grauwal während seiner Reise keine Nahrung aufnimmt. Zuvor hat sich der Wal in den nahrungsreichen Gewässern des Nordens eine dicke Fettschicht angefressen. Sobald er die tropischen Gewässer Westmexikos erreicht, kommen die Jungen zur Welt. Die Jungen werden mit Muttermilch ernährt und legen sich eine eigene Fettschicht an, damit sie kräftig genug sind, um im Mai mit den anderen Grauwalen zum Nordmeer zurückkehren zu können.72

Die sorgsame Pflege der Cichliden
Bei den Cichliden kümmern sich das Männchen und das Weibchen gemeinsam intensiv um den Nachwuchs. Einer der beiden Elternteile schwimmt immer oberhalb des Nestes und wedelt mit seinen Flossen. Nach ein paar Minuten wechseln das Männchen und das Weibchen sich jeweils ab. Das Fächeln dient dazu, dass mehr Sauerstoff die Eier erreicht und sie sich so besser entwickeln können. Außerdem verhindert dies, dass sich Pilzsporen auf den Eiern ansiedeln können.
Die Cichliden sorgen durch ihre Bemühungen auch dafür, dass die Eier rein bleiben. Deswegen fressen sie nicht befruchteten Eier, damit diese keine Krankheiten auf die befruchteten übertragen können. Später werden die Eier weggebracht und in Sandlöchern abgelegt. Für den Transport werden jeweils ein paar Eier ins Maul genommen. Während einer der Fische zum Loch schwimmt, hält der andere Wache. Dieser Vorgang wird wiederholt. Während die Jungen aus ihren Eiern schlüpfen, werden sie von ihren Eltern bewacht. Normalerweise bleiben die frisch geschlüpften Jungen dicht beieinander. Wenn sich dennoch eines aus der Gruppe entfernt, trägt eines der Eltern es im Maul zu den Anderen zurück.73
Aber die Cichliden sind nicht die einzigen Lebewesen, die so auf Sauberkeit bedacht sind. Das Tausendfüsslerweibchen zum Beispiel leckt ihre Eier regelmäßig ab, damit sie nicht von Pilzen befallen werden. Dann rollt sie sich um die Eier herum, um die Jungen, bis sie schlüpfen, vor Feinden zu verteidigen.74
Krakenweibchen legen ihre Eier in eine Felsspalte und beobachten sie ständig. Mit ihren Armen putzt sie die Eier und spült sie mit sauberem Wasser ab.75

Das aufopferungsvolle Verhalten des Vogelstrauß
Die glühende Sonne Afrikas kann manchmal tödlich sein. Um sich vor dieser mörderischen Hitze zu schützen, suchen sich viele Tiere Schattenplätze. Der in Südafrika beheimatete Strauß denkt eher an sein Gelege und seine Jungen als an sich selbst, wenn er sie vor der Sonne schützt. Daher stellt er sich über sie und öffnet häufig seine weiten Flügel und schützt die Eier und seine Jungen so vor Sonneneinstrahlung.76 Doch dabei setzt das Tier seinen eigenen Körper den Sonnenstrahlen aus. Das ist ein prägnantes Beispiel für seine Opferbereitschaft.

Die Wolfsspinne trägt ihre Jungen
in einem Seidenbeutel
Die weibliche Wolfsspinne legt ihre Eier in einem linsenförmigen Kokon ab. Diesen stellt sie ausschließlich dazu her, um ihre Eier darin zu verstecken. Das Weibchen befestigt diesen Kokon an ihrem Körper und nimmt ihn überall mit hin. Falls sich der Kokon löst, kehrt das Weibchen um und macht ihn erneut fest.
Wenn die Jungen geschlüpft sind, bleiben sie noch eine Weile in diesem Kokon. Wenn die Zeit reif ist, verlassen sie ihn und Klettern dem Weibchen auf den Rücken. So transportiert sie die Jungen. Bei einigen Arten sind es so viele Jungen, dass die kleinen Spinnen schichtweise den Rücken des Weibchens bedecken. Soweit bekannt ist, können die Jungen während dieser Zeit keine Nahrung aufnehmen.
Eine andere Art der erstaunlichen Wolfsspinne reißt im Juni/Juli, wenn die Jungen dabei sind zu schlüpfen, den Kokon ab und spinnt ein Zelt darüber. Neben dem Zelt hält sie Wache. Wenn die Jungen geschlüpft sind, bleiben sie noch eine geraume Zeit in diesem Zelt, bis sie voll entwickelt sind. In dieser Zeit häuten sie sich zwei Mal, dann zerstreuen sie sich in alle Richtungen.77
Es regt sicherlich zum Nachdenken an, dass ein Tier wie eine Spinne Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit und Treue zeigt.

Käfer und die Pflege ihrer Eier
Einige Käferarten, die auf dem Wasser leben, haben es ziemlich schwer: Wenn sie ihre Eier oberhalb der Wasseroberfläche legen, trocknen sie aus. Wenn sie sie im Wasser legen, ertrinken die Jungen, sobald sie schlüpfen. Die Männchen übernehmen die Verantwortung und halten die Eier über dem Wasser feucht und belüften sie.
Das Weibchen des Lethocerus, einer Wasserkäferart, legt ihre Eier auf einem Zweig, der auf dem Wasser schwimmt. Das Männchen taucht häufig ins Wasser und klettert dann zurück auf den Zweig, um das Wasser über den Eiern zu zerstäuben. Außerdem hält er angriffslustige Käfer von dort fern. Das Weibchen des Belostoma, ebenfalls ein Wasserkäfer (den man häufig in Freibädern antrifft) verhaftet die Eier mit einer Art Klebstoff auf dem Rücken des Männchens. Das Käfermännchen muss auf der Wasseroberfläche schwimmen und den Eiern Luft zufächeln. Stundenlang besprüht er die Eier mit Wasser, während er seine Füße im Wasser hin und her bewegt oder sich an einem Ast festhält.
Auf ähnliche Art und Weise schützen auch Sumpfkäfer wie der Bledius, Bembidion oder Heterocerus ihre Eier davor, dass sie während der Gezeiten ertrinken. Die Form ihres Geleges erinnert an eine enghalsige Flasche, welche sie beim Ansteigen der Flut verstopfen und wieder öffnen, wenn die Wasser sinken.79
Die Tatsache, dass sogar Käfer so viel Sorgfalt für ihre Eier aufbringen und diese schützen, ist offensichtlich und eindeutig ein weiterer Beweis für die Schöpfung.

Die unvergleichliche Opferbereitschaft
der Wildbiene für ihre Jungen
Eine Wildbienenart, die man als Sandbiene bezeichnet, öffnet für ihre Larve ein steiles Loch im Boden. Wir sollten dabei hervorheben, dass es für ein kleines Lebewesen wie eine Biene, eine ziemlich mühsame Aufgabe darstellt ein Loch zu graben. Zuerst trägt sie mit dem Kiefer das Erdreich ab und schaufelt die Erde dann mit dem Hinterfüssen weg.
Diese Wildbiene verfügt über eine wichtige Eigenschaft: sie hinterlässt keine Spuren in der Umgebung des Loches und ist ein wahrer Meister der Tarnung. Dafür entfernt sie die Erdstückchen, die sie heraus gebrochen hat, aus der Nähe des Nestes und verstreut die Erde. So erregt das Nest nicht die Aufmerksamkeit von Käfern, die eine Gefahr darstellen könnten.
In dem Erdloch, das ungefähr so groß ist wie der Körper der Biene, richtet sie ein Kinderzimmer ein, das groß genug für das Ei und Nahrung ist. Dann verschließt sie das Erdloch und geht auf die Jagd nach Käfern.
Jede Wildbienenart ist ein Meister im Jagen von Larven, Heuschrecken oder Grillen. Die Wildbiene hat eine sehr spezielle Jagdtechnik. Denn die Wildbiene tötet ihre Beute, die sie für die Eier fängt, nicht. Sie betäubt sie mit ihrem Stachel und bringt sie zum Nest. Dann legt sie ein einziges Ei auf der Beute ab. Der betäubte Käfer bleibt so lange frisch, bis die Larve aus dem Ei geschlüpft ist und sie Nahrung braucht.
Nachdem die Wildbiene Nahrung und Unterkunft für ihr Ei sichergestellt hat, muss sie für deren Sicherheit sorgen. Jetzt verschließt sie vorsichtig mit Erde und Kieselsteinen den Eingang zum Nest. Wie einen Hammer verwendet sie einen Kieselstein, den sie in ihrem Kiefer hält, um die Umgebung des Nestes platt zu drücken. Zuletzt fegt sie mit ihren behaarten Beinen über den Boden und fegt ihn so lange Glatt, bis der Eingang zum Nest komplett unsichtbar geworden ist. Das Nest ist vollständig getarnt, doch das reicht der Biene noch nicht aus. Daher gräbt sie in der Nähe noch zwei oder drei Löcher, die als leere Fallen dienen. Im Inneren des verschlossenen und gesicherten Nestes kann die Larve sich mittels des bereitgestellten Futters eigenständig entwickeln und wenn sie erwachsen ist alleine herauskommen.80
Die Wildbiene wird ihr Junges niemals zu Gesicht bekommen. Dennoch trifft sie anstrengende und mühsame Vorbereitungen für den Nachwuchs und sorgt dafür, dass all seine Bedürfnisse befriedigt werden. Diese Verhaltensweise ist höchst aufopferungsvoll, durchdacht und vorausschauend. Es ist offensichtlich, dass ein Lebewesen, das nicht einmal über ein Gehirn, wie wir es kennen, verfügt, das nicht alleine bewerkstelligen kann, sondern eine mit Macht und Wissenschaft gesegnete Kraft sie dazu veranlasst.
Wie wir bereits bei den vorherigen Beispielen gesehen haben, behaupten die Evolutionisten, dass ein Lebewesen sich so verhält, weil es dazu programmiert wurde. Laut der Evolutionstheorie ist es der unbewusste Zufall, der die unbeseelte und unbewusste Natur programmiert. Doch wenn man die hoch komplizierten und außergewöhnlichen Fähigkeiten der Tiere betrachtet, wird zweifelsfrei deutlich, dass diese Aussage weit ab von Verstand oder Logik liegt. Es ist eine offene und von jedem Menschen mit Verstand und Gewissen leicht zu erkennende Tatsache, dass alle Kreaturen durch die Inspiration Gottes handeln.


ALLES FÜR DEN NACHWUCHS


Meist brauchen die Jungen Pflege und Schutz, wenn sie geboren werden. Oft sind sie blind und nackt und können noch nicht auf Nahrungssuche gehen. Wenn sie dann nicht von ihren Eltern oder Artgenossen geschützt werden, würden sie innerhalb kürzester Zeit verhungern oder erfrieren. Doch, Gott gibt den Tieren die Inspiration, dass sie ihre Jungen mit Hingabe behüten und großziehen.

Der Schutz der Jungen vor Gefahren
Die Tiere nehmen alle Gefahren und Mühen in Kauf, um ihre Jungen zu schützen. Eigentlich bevorzugen sie es, wenn eine Angriff oder eine Gefahr droht, ihre Jungen zu schnappen und außer Reichweite zu bringen. Doch wenn sie keine Gelegenheit zur Flucht haben, zögern sie nicht, selber anzugreifen und sich dem Angreifer entgegen zu setzen. Fledermäuse und Vögel zum Beispiel sind Bekannt dafür, dass sie Forscher angreifen, die ihre Jungen aus den Nestern nehmen wollen.82
Große Säugetiere, wie das Zebra, sammeln sich sofort in Gruppen zusammen und nehmen die Fohlen in ihre Mitte, wenn Feinde, wie beispielsweise Hyänen, angreifen. Wenn sie umstellt sind, verteidigen die erwachsenen Tiere der Herde die Fohlen gegen die Raubtiere.
Giraffen nehmen ihre Kälber bei einem Angriff unter sich und schlagen die Angreifer mit den Vorderhufen in die Flucht. Hirsche und Antilopen sind normalerweise schreckhafte und mobile Tiere. Wenn sie keine Jungen haben, bevorzugen sie immer die Flucht. Doch wenn Füchse oder Wölfe ihren Nachwuchs bedrohen, zögern sie keine Sekunde von ihren spitzen Hörnern Gebrauch zu machen.
Kleinere und schwächere Säugetiere verstecken sich um die Jungen zu schützen oder bringen sie an einen sicheren Ort. Doch wenn ihnen diese Möglichkeit nicht bleibt, greifen sie den Feind an, um ihn von ihrem Nachwuchs wegzutreiben. Kaninchen zum Beispiel, die äußerst schreckhaft sind, gehen ein großes Risiko ein, um Feinde von ihrem Nachwuchs wegzulocken. Wenn ein Junges Angegriffen wird, rennt es sofort zu seinem Bau und tritt den Feind an seinen Fersen kräftig mit den Hinterläufen. Dieses mutige Verhalten hält in vielen Fällen sogar ein Raubtier ab.83
Gazellen gehen sofort hinter ihre Jungen, wenn Raubtiere die Fährte aufgenommen haben. Denn normalerweise fangen Raubtiere ihre Beute von hinten. So gut es geht, versucht die Gazellenmutter ihrem Jungen dicht auf den Fersen zu bleiben. Wenn das Raubtier näher kommt, entfernt sich die Mutter von den Kleinen. Eine Gazelle, die hinter ihrem Jungen herläuft, kann mit ihren Hufen einen Schakal treten. Oder sie läuft absichtlich in der Nähe des Raubtieres, um es von der Fährte des Jungtiers abzubringen.84
Einige Säugetiere sind auch aufgrund ihrer Färbung getarnt. Aber einige davon brauchen dafür die Anleitung der Mutter. Ein solches Tier ist das Reh. Die Rehmutter verwendet die Tarnung des Kitz zu dessen Vorteil. Sie versteckt es im Gestrüpp und sorgt dafür, dass es sich duckt. Das Rehkitz hat weiße Flecken in seinem braunen Fell, die sich mit dem Sonnenlicht vermischen und so ist es von weitem unsichtbar. Die weißen Flecken werden wie Sonnenstrahlen, die in das Gestrüpp einfallen, wahrgenommen. Selbst ein Feind, der nur einige Meter an dem Kitz vorbeistreift, kann es so nicht ausmachen. Die Rehmutter beobachtet das Versteck ihres Jungen aus einigen Metern Entfernung heraus. Dabei achtet sie darauf nichts zu unternehmen, was die Aufmerksamkeit auf das Junge lenken könnte. Nur um es zu säugen geht sie in die Nähe von ihrem Kitz. Bevor sie in den Wald zurückkehrt, stupst sie das Kleine mit der Nase, damit es sich wieder flach auf die Erde duckt. Selbst wenn das Kitz sich manchmal aufstellt, so legt es sich beim geringsten Geräusch wieder auf den Boden. Bis es mit der Mutter mitlaufen kann, tarnt es sich auf diese Art.85
Einige Tiere drohen den Angreifern und fliehen in eine Richtung, die von den Jungen wegführt. Eulen und andere Vogelarten spreizen ihre Flügel, wenn Feinde sich nähren, um größer zu wirken und dadurch den Angreifer in die Flucht zu schlagen. Einige Vögel imitieren auch das Zischen einer Schlange, um Angreifer zu verjagen. Die Blaumeise pfeift in einem hohen Ton, breitet ihre Flügel aus und haut damit gegen das Nest. Der Angreifer weiß so nicht genau, was sich im Inneren des dunklen Nestes befindet und entfernt sich.86
In Vogelkolonien sind die Erwachsenen mit dem Schutz der Jungvögel betraut. Für solche Vogelkolonien stellen besonders Möwen eine Gefahr dar. Doch ein oder zwei ausgewachsene Vögel können eine Möwe vertreiben. Normalerweise wechseln sich die erwachsenen Vögel mit dem Schutz der Jungen ab und verlassen das Brutgebiet, um zu den weiter entfernten Wassergebieten zu fliegen.87
Wenn ein Hirsch erkennt, dass er es mit einem Feind nicht aufnehmen kann, der sein Junges angreift, wirft er sich ihm entgegen und präsentieren sich selber als Beute, damit der Angreifer ihn verfolgt. So entfernt sich der Feind vom Jungtier. Viele Tiere verwenden diese Taktik. Wenn Löwinnen beispielsweise bemerken, dass ein Raubtier sich nähert, entfernen sie sich sofort von ihren Jungtieren und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Waschbären bringen ihre Jungen, wenn Gefahr im Verzug ist, sofort auf dem nächsten Baum in Sicherheit, rasen dann selber wieder hinunter und verstreuen sich zwischen den Feinden. Wenn sie sich weit genug von den Jungen entfernt haben, kehren sie sofort zu ihren stillen Jungen zurück. Natürlich sind diese Manöver nicht immer erfolgreich. Auch wenn die Jungen überleben, können stattdessen die Eltern an Stelle ihrer Jungen ihr Leben gelassen haben.
Manche Vögel stellen sich auch „verletzt” um so die Aufmerksamkeit des Feindes von den Jungen auf sich selber zu lenken. Wenn das Vogelweibchen bemerkt, dass sich ein Feind nähert, entfernt sie sich leise vom Nest. Wenn sie den Feind erreicht hat, fängt sie an zu zirpen und den Flügel hinter sich her zu ziehen. Dabei lässt sie bitterliche Schmerzrufe los. Der Vogel sieht aus, als wäre er hoffnungslos am Boden gefangen. Doch er geht vorsichtig vor und bleibt immer in einer Entfernung, in der der Feind ihn nicht erreichen kann. Das Raubtier wird den „verletzten” Vogel als eine leichte Beute ansehen und versuchen ihn zu erwischen. Dadurch entfernt er sich weiter vom Nest. Wenn der Feind sich weit genug entfernt hat, hört das Vogelweibchen auf seine Rolle zu spielen und fliegt in dem Moment davon, wenn der Angreifer es fast erwischt hätte. Das „Schauspiel" ist normalerweise sehr überzeugend. Hunde, Katzen, Schlangen und sogar andere Vögel fallen darauf rein. Viele Vögel, die auf der Erde brüten, nutzen diese Taktik, um ihre Jungen zu beschützen. Wenn eine Entemutter sich mit ihren Jungen einem Raubtier nähert, tut sie so, als könnte sie nicht fliegen, stellt sich verletzt und spreizt ihre Flügel. Aber sie achtet immer darauf, dass ein bestimmter Abstand zwischen ihr und dem Angreifer bestehen bleibt. Wenn sich der Feind von den Jungen, die sich am Ufer versteckt halten, ausreichend entfernt hat, fliegt die Entenmutter sofort los und kehrt in die Nähe ihrer Kleinen zurück.
Bis heute konnten Wissenschaftler keine Erklärung für das Verhalten "verletzter Vogel" finden.89 Kann sich ein Vogel ein solches Szenario ausdenken? Dafür braucht es eine höchst bewusste Existenz. „Täuschung” fordert Verstand und Geschick. Außerdem muss ein Tier mutig und kaltblütig sein, damit es sich selber so furchtlos einem Feind entgegen setzen und die Fährte auf sich ziehen kann. Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass diese Vögel dieses Verhalten nicht von anderen abgeschaut haben.90 Diese Verteidigungstaktik und Fähigkeit besitzen sie von Geburt an.
Ohne Frage kann hier nur ein geringer Teil der aufopferungsvollen und bewussten Verhaltensweisen des Tierreiches behandelt werden. Millionen verschiedener Arten, die sich auf der Erde tummeln, verfügen alle über ihr eigenes Verteidigungssystem. Doch wichtiger als diese Systeme ist das Fazit, welches man daraus zieht. Kann man mit Verstand und Logik erklären, dass ein Vogel bewusst und aus eigenem Antrieb den Tot in Kauf nimmt, um sein Junges zu verteidigen? Natürlich nicht. Hier ist die Rede von einem Tier, das sicherlich keine Gefühlsregungen wie Verstand, Bewusstsein, Güte oder Erbarmen aufbringen kann. Denn es ist der Herr über Himmel und Erde, der Schöpfer Gott, Der die Tiere mit allen ihren Besonderheiten geschaffen hat und sie bewusst, gütig und erbarmungsvoll handeln lässt. Gott zeigt durch die Inspiration, die Er diesen Lebewesen verleiht, ein Beispiel Seiner eigenen unendlichen Güte und Barmherzigkeit.

AUCH KÄFER SCHÜTZEN IHREN
NACHWUCHS VOR GEFAHREN
Der schwedische Naturforscher Adolph Modeer hat bereits im Jahr 1764 herausgefunden, dass auch Käfer sich darum bemühen, ihre Jungen zu schützen. Er hat beobachtet, dass das Weibchen des in Europa beheimateten Schildkäfers ohne Wasser und Nahrung auf ihren Eiern verharrt und wenn Feinde auftauchen nicht davonfliegt, sondern diese angreift.91
Doch zu Anfang haben sich viele Wissenschaftler geweigert anzuerkennen, dass Käfer ihre Jungen beschützen. Den Grund dafür liefert Prof. Douglas W. Tallany, ein Evolutionist von der Universität Delaware.
Wenn Käfer ihre Jungen beschützen, sind sie oft solch großen Gefahren ausgesetzt, dass einige Käferforscher sich fragen, weshalb diese Besonderheit im Lauf der Evolution nicht verschwunden ist. Für viele Käfer wäre es eine einfachere Taktik, wenn sie stattdessen mehr Eier produzieren würden.92
Obwohl Douglas W. Tallany selber ein Anhänger der Evolutionstheorie ist, hinterfragt er einige Sackgassen dieser Lehre. In der Tat widerspricht die Tatsache, dass Käfer ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, den Aussagen der Evolutionstheorie. Doch in der Natur besteht kein solches Auswahlverfahren. Viele Lebewesen, einschließlich Käfer, sehen für ihre Jungen oder Füreinander dem Tod ins Auge.
Eines der kleinen Lebewesen, welches für seine Jungen den Tod in Kauf nimmt, ist die Gitterwanze. Sie ist im Südosten der USA beheimatet und lebt in einer Brennnesselart. Die weibliche Gitterwanze schützt sowohl ihre Eier als auch ihre Larven „im Angesicht des Todes”. Der größte Feind der Larven ist die Libelle. Diese fressen mit ihren scharfen und harten Kiefern, die wie Schnäbel aussehen, wenn sich ihnen die Gelegenheit bietet die Larven auf. Das Gitterwanzenweibchen hat keine Waffe, die sie ihnen entgegensetzen könnte. Das einzige, was es tun kann, ist beständig mit den Flügeln zu schlagen und zu versuchen die Libellen dadurch zu vertreiben, dass sie ihnen auf den Rücken klettert.
Währenddessen benutzen die Larven die Blattstiele wie eine Autobahn, fliehen über den Stiel und verstecken sich in frischen, eingerollten Blättern. Wenn die Mutter überlebt, beobachtet sie die Larven und bewacht das Blatt, in dem sie sich verstecken. So schneidet sie mit großer Wahrscheinlichkeit dem Feind, der sie verfolgt, den Weg ab. Manchmal gelingt es der Mutter die Libellen für einen gewisse Zeit zu vertreiben. Dann kann sie verhindern, dass sich die Larven unter einem ungeeigneten Blatt verstecken und dafür sorgen, dass sie getarnt an einem sicheren Ort sind. Doch meist sterben die Mütter während eines Libellenangriffs. Doch diese Opferbereitschaft verschafft den Larven Zeit zu entkommen und sich zu verstecken.95

DIE ERNÄHRUNG DES NACHWUCHSES
Damit die schutzlosen Jungen überleben, bedürfen sie nicht nur des Schutzes ihrer Eltern, sie müssen auch mit Nahrung versorgt werden. Die Eltern müssen in der Zeit, in der sie beständig mit dem Schutz der Jungen beschäftigt sind, auch mehr Nahrung besorgen als gewöhnlich. Vögel füttern ihre Jungen beispielsweise zwischen 4 bis 12 Mal in der Stunde. Wenn es mehrere Jungtiere gibt, deren Mäuler zu stopfen sind, müssen sie hunderte Male los fliegen, um Nahrung zu beizuschaffen. Eine große Meise zum Beispiel, die ihren Jungen in ihrem Schnabel Käfer bringt, fliegt pro Tag rund 900 Mal Nahrung zum Nest.96
Die Säugetierweibchen haben noch ein weiteres Problem. Sie können ihren Jungen die benötigte Energie nur mittels der Muttermilch weitergeben. Während der Stillzeit brauchen die Muttertiere daher mehr Nahrung als gewöhnlich. Robben bekommen ein einziges Junges und stillen dieses rund 10 bis 18 Tage lang. Während dieser Zeit nimmt das Jungtier zu. Für die Mutter bedeutet dies, dass sie die meiste Nahrung für die Produktion von Muttermilch aufwenden muss, selber kaum essen kann und einen Großteil ihres Gewichts verliert.97
Während die Jungen versorgt werden müssen, verbrauchen die Elterntiere fünf bis vier Mal mehr Energie als normal.98
Eine Forschungsarbeit der Universität von Lausanne hat gezeigt, was die Ernährung und Pflege ihrer Jungen für Vögel bedeutet. Der Biologe Heinz Richner und seine Studenten der Universität Lausanne haben mit Meisen einen Versuch durchgeführt und gezeigt, wie schwer es ist „Vater” zu sein. Während des Versuchs hat Richter die Jungen beständig in andere Nester versetzt und dadurch die Anzahl der Jungen, die ein Vater ernähren musste, verändert. Das Experiment lieferte folgendes Ergebnis: Die Männchen, die doppelt so viele Junge füttern mussten, haben dementsprechend auch doppelt so viel gearbeitet und sind daher eher gestorben. „Mehrlingsväter” wiesen zu 76% Krankheiten auf, die durch Parasiten hervorgerufen wurden, bei den normalen Vätern lag das Verhältnis bei 36%.99
Diese Informationen sind wichtig um zu verstehen, welche Schwierigkeiten ein Vogel für seine Jungen in Kauf nimmt und wie opferbereit er ist.

Haubentaucher füttern ihren Jungen Federn
Haubentaucher dienen ihren Jungen als schwimmende Nester. Der Nachwuchs klettert auf den Rücken der Eltern. Wenn sie gut sitzen, spreizen die Eltern leicht ihre Flügel, damit die Jungen nicht herunterfallen. Der Haubentaucher füttert die Jungen, indem er seinen Kopf dreht und ihnen die Nahrung, die er im Schnabel bereit hält, in den Mund steckt. Doch das erste, was sie den Jungen darbieten, ist kein Futter. Zuerst verfüttern die Eltern den Jungen Federn, die sie an der Wasseroberfläche sammeln oder sich aus der Brust reißen. Jedes Junge nimmt eine Menge Federn zu sich. Was also ist der Grund für diese besondere Bewirtung?
Die Jungen können die Federn nicht verdauern, sie bleiben in ihrem Magen. Ein Teil sammelt sich am Darmausgang. Gräten oder andere unverdauliche Nahrung werden dadurch hier aufgefangen und können so die empfindlichen Magen- und Darmwände der Jungen nicht verletzten. Diese Vogelart frisst ihr Leben lang weiter Federn. Doch diese ersten Federn sind ohne Frage eine Maßnahme, die Gesundheit der Jungen zu schützen.100
Bei manchen Vogelarten taucht die Mutter ins Wasser, um Fisch zu fangen und fängt diesen an der Schwanzflosse. Es hat einen wichtigen Grund, warum der Vogel den Fisch an der Schwanzflosse packt. Denn auf dieser Art kann sie den Fisch so an ihr Junges verfüttern, dass die Gräten harmlos sind. Dadurch kann das Vogeljunge den Fisch leichter schlucken, da es sich nicht an den Gräten verschluckt. Falls ein Vogel einen Fisch nicht an der Schwanzflosse, sondern an einer anderen Stelle packt, ist das ein sicheres Anzeichen, dass er diesen selber verspeisen wird.101

Kilometerweit, um die Jungen zu füttern:
Der lange Weg des Guacharovogels
Diese Vogelart zieht ihre Jungen in Nestern groß, die sich in 20 m Höhe befinden. Jede Nacht fliegen sie zwischen fünf bis sechs Mal los, um Früchte für ihre Jungen zu besorgen. Wenn sie das Obst gefunden haben, kaufen sie den inneren, weichen Teil vor und geben ihn dann an die Jungen weiter.
Die Guacharos fliegen gruppenweise in der Nacht auf Nahrungssuche und legen dabei erstaunliche Strecken zurück: Diese Vögel fliegen rund 25 km pro Nacht. 102
So wie die Guacharos bereiten viele Tiere die Nahrung für ihre Jungen vor. Pelikane richten eine Art Fischsuppe an. Bei einer Art der Sturmvögel vermischt die Mutter Plankton und kleine Fische mit einem reichhaltigen Fett als Nahrung für ihren Nachwuchs. Tauben produzieren in ihrem Kropf ein sehr reichhaltiges Sekret aus Fett und Protein, das als „Taubenmilch” bezeichnet wird. Im Gegensatz zu den Säugetieren wird diese Milch sowohl von den Weibchen als auch von den Männchen produziert. Viele Vögel bereiten ähnliche Speisen für ihre Jungen.103
Vogeljunge sind ihren Eltern absolut ausgeliefert. Das einzige, was sie selber tun können, ist ihre Schnäbel weit aufsperren und warten, bis die Eltern ihnen Futter bringen. Die Jungen der Heringsmöwe öffnen ihre Mäuler in Richtung eines roten Punktes, den die Mutter an ihrem Schnabel hat. Ein Rohrsänger, der die Augen noch nicht geöffnet hat, öffnet seinen Mund, sobald er das leiseste Zittern spürt, was das Kommen der Eltern bedeuten könnte. In dieser Zeit ist der Schlund der Jungen leuchtend gelb gefärbt und zeigt deutlich, wo das Futter hingegeben werden soll. Die Mundränder sind sehr empfindlich. Wenn ein Junges seinen Mund aus irgendeinem Grund geschlossen hält, so reicht die kleinste Berührung am Schnabelrand aus, damit es diesen wieder weit aufsperrt.
Die Empfindlichkeit und Farbe der Schnäbel macht es den Vogeleltern einfacher. Den Erwachsenen fällt es leichter in der Dunkelheit den Schlund ihres Jungtiers auszumachen und es zu füttern.
Das Nest des Goldfinken befindet sich in einem dunklen Loch. An den Mundwinkeln haben die Jungen große Säckchen, die bei Lichteinstrahlung strahlen und Aufmerksamkeit erregend blau und grün leuchten und das Licht widerspiegeln, das bis in die Tiefen des Nests eindringt. Diese Säckchen sind in der Finsternis so leuchtend wie Lichtquellen.
Die farbigen Mäuler mancher Vogelarten haben aber können neben dem Anlocken der Mutter noch eine weitere Funktion haben. Die Farben zeigen auch an, welches der Jungen im Nest bereits gefüttert wurde und welches noch Bedarf an Nahrung hat. Im Mund von Zeisigjungen ist der Schlund wegen der Blutgefäße rot. Wenn die Jungen gefüttert wurden, wandert ein Großteil des Blutes in den Magen, um die verdaute Nahrung aufzunehmen. Deswegen ist der Schlund der Jungen, die noch immer hungrig sind, im rötesten. Und Experimente haben bewiesen, dass die Eltern bei der Bestimmung, welchem der Jungen sie weiter Nahrung geben müssen, diesen Farbunterschied zugrunde legen.104
Die körperlichen Eigenschaften von Vögeln, sowie ihr an den Lebensraum angepasstes Verhalten, ist ein offensichtlicher Beweis, dass die Natur mit all ihren Lebewesen das Werk eines einzigen Schöpfers sein muss. Kein Zufall kann solch eine Anpassung hervorbringen.

Wüstenhühner, die ihren Jungen Wasser bringen
Alle körperlichen Besonderheiten, welche die Tiere in der Natur aufweisen, sind angepasst an den Lebensraum. Ein Beispiel dafür ist das Wüstenhuhn. Wüstenhühner haben keinen bestimmten Siedlungsraum. Wenn die Brutzeit kommt, legen sie normalerweise drei Eier an einer flachen Stelle in den Sand. Sobald die Jungen geschlüpft sind, entfernen sie sich vom Nest und beginnen die Suche nach Nahrung in Form von Samen. Futter finden sie bereits selber, doch weil sie nicht fliegen können, können sie ihren Bedarf an Wasser nicht stillen. Deswegen muss ihnen das Wasser gebracht werden. Das ist die Aufgabe der Männchen.
Bei manchen Vogelarten bringen die Eltern den Jungen das Wasser in ihrem Kropf. Doch das männliche Wüstenhuhn muss das Wasser über eine weite Entfernung heranbringen und braucht daher den gesamten Wasservorrat, den er in seinem Kropf transportieren kann, für sich selber. Anderenfalls könnte er nicht überleben. Doch für den Wassertransport hat er eine einmalige körperliche Besonderheit. Die Innenseite der Federn an Brust und Bauch des Vogels ist mit einer dünnen Faserschicht bedeckt. Wenn der Vogel nun eine Wasserstelle erreicht, reibt er sich in Sand und Staub, um sich zu reinigen und entfernt auch Fette von den Federn, welche die Wasseraufnahme verhindern würden. Dann geht er an den Wasserrand. Zuerst befriedigt er seinen eigenen Durst. Dann geht er ins Wasser und taucht seinen gesamten Körper ein, während er Flügel und Schwanz in der Luft hält. So werden alle Federn nass. Die Faserschicht auf den Federn fungiert wie ein Schwamm und saugt das Wasser auf.
Die flüssige Last, die er zwischen den Federn und seinem Körper trägt, wird vor dem Verdunsten geschützt. Doch wenn er mehr als 20 Meilen zurücklegen muss, verdunstet dennoch ein Teil des Wassers. Wenn der Vogel endlich seine Jungen erreicht hat, die im Sand nach Samen suchen, geht er zu ihnen. Der Wüstenvogelvater hält seinen Körper nach oben und die Jungen trinken das Wasser von seiner Brust, fast so wie Säugetiere. Wenn die Jungen das Wasser aufgesaugt haben, trocknet er sich, indem er sich im Sand wälzt. Das Vogelmännchen führt diese Aufgabe bis die Jungen das erste Mal in die Mauser kommen und ihren Wasserbedarf selber stillen können, mindestens zwei bis drei Monate lang täglich aus.107
Es gibt einen wichtigen Punkt, den man in Bezug auf das Verhalten des Wüstenhuhnes bedenken sollte. Dieser Vogel hat nicht nur die am besten geeigneten Bedingungen für seinen Lebensraum, er weiß auch genau, was er zu tun hat. Denn Gott, Der ihn geschaffen hat, hat ihm dies in Form der Inspiration mitgeteilt.

WIE KÄFER IHRE JUNGEN ERNÄHREN
Viele Käferarten ziehen ihre Jungen und Larven auf. Die „Erdwanze” füttert seine Larven, die in einem Loch versteckt sind, mit Samen. Der Buckelzirpe ritzt in die Baumrinde spiralförmige Rillen und bringt die nahrhafte Flüssigkeit mit kleinen Röhrchen zu den Larven, um sie zu füttern. Die Arbeit des Holzwurms ist ausgesprochen schwer: Sie müssen ihre Jungen irgendwie mit hartem, unverdaulichen und wenig Stickstoffhaltigen Holz füttern. Holzkäfer und Holz fressende Käfer haben dieses Problem folgendermaßen gelöst: Zuerst nagen sie das Holz selber ab und weichen es in ihrem Verdauungssystem auf. Dann spucken sie eine Mischung aus Zellulosezerlegenden Einzellern und Magensaft aus und gegen sie ihren Jungen als Nahrung. Der Borkenkäfer zerbeißt das Holz unter der Rinde und legt seien Eier in den so entstandenen Tunneln ab. Dann schafft er eine Pilzart bei, welche die Zellulose so verarbeitet, dass die Larven sie zu sich nehmen können.108
Gott gibt allen Lebewesen ihr tägliches Brot auf unterschiedliche Art und Weise. Die oben als Beispiel aufgeführten Käfer finden alle mit Gottes Genehmigung ihre Nahrung. Gott benutzt ihre Mütter oder Väter als Mittel, damit die winzigen Lebewesen ihre Nahrung erhalten. Im Quran offenbart uns Gott, dass Er alle Tiere selber mit ihrem Lebensunterhalt versorgt:

Und wie viele Tiere gibt es, die nichts zu ihrer Versorgung beitragen! Gott versorgt sie und euch. Und Er ist der Hörende, der Wissende. (Sure al-Ankabut, 60)

DER TRANSPORT DER JUNGEN
Die Jungen sind meist schwach und schmächtig. Um von einem Ort an den anderen zu kommen oder in Gefahrenzonen werden sie daher meist von ihren Eltern getragen. Jedes Lebewesen hat eine Methode, um seine Jungen zu transportieren. Einige nehmen sie auf den Rücken, manche ins Maul, einige haben sie in speziellen Beuteln auf ihren Flügeln. Auf diese Art sind die Jungen während des Transports in Sicherheit und können sofort einen sicheren Ort erreichen.
Besonders wenn die Eltern in Gefahrenmomenten ihre Jungen wegbringen, ist das ein wichtiges Beispiel für ihre Opferbereitschaft. Denn egal wie das Jungtier transportiert wird, die Geschwindigkeit und Bewegungsfreiheit des tragenden Tieres wird empfindlich eingeschränkt. Dennoch würde kein Lebewesen bei Gefahr seine Jungen zurücklassen.
Besonderns häufig werden die Jungen auf dem Rücken der Eltern getragen. Affen können ihre Kinder so überallhin hinbringen. Die Affenmutter kann sich mit ihrem Jungen recht frei bewegen, denn es krallt sich fest in ihr Fell. Bei Gefahr kann die Mutter mit dem Kleinen auf dem Rücken auf einen Baum springen, einen Ast entlang laufen und auf einen anderen Baum überspringen.
Kängurus und andere Beuteltiere transportieren ihre Jungen in einer pelzigen Tasche an ihrem Bauch. Ein Kängurujunges lebt fünf Monate im Beutel seiner Mutter. Aber auch wenn es den Beutel verlassen hat, bleibt es immer in der Nähe der Mutter. Wenn es eine Gefahr wittert, rennt es zur Mutter und springt kopfüber in den Beutel. Die Kängurumutter kann dank ihrer kräftigen Hinterbeine auch mit dem Jungen zusammen entfliehen.
Eichhörnchen heben ihre Jungen an einer Hautfalte an der Flanke mit den Zähnen hoch. Wenn das Nest beschädigt wird, kann die Mutter ihre Jungen dergestalt auch über eine weite Entfernung so transportieren. Bei jedem Gang kann sie jeweils ein Jungtier tragen und wenn sie das in Sicherheit gebracht hat, kehrt sie zu den anderen im Nest zurück.
Junge Mäuse saugen sich fest an den Zitzen ihrer Mütter und lassen diese oft über Stunden nicht mehr los. Wenn die Familie bedroht wird, kann die Mutter ihre Jungen sofort packen und an einen sicheren Ort bringen. Die Jungen halten die Zitzen mit ihren Mäulern so fest, dass die Mutter sie – ohne auch nur eines zu verlieren - über den Boden schleifen und wegbringen kann. Wenn die Bedrohung vorbei ist, kehrt die Mutter zurück und kontrolliert, ob nicht doch ein Junges zurückgeblieben ist.
Während Fledermäuse in der Nacht auf der Suche nach Käfern und Früchten sind, tragen sie ihre Jungen auf dem Rücken. Diese verbeißen sich mit ihren Milchzähnen in die Zitzen und halten sich mit ihren Krallen im Fell fest. Einige Fledermäuse haben drei bis vier Jungtiere und selbst wenn alle am Körper der Mutter aufgehängt sind, behindert sie das nicht beim Fliegen.
Es gibt auch viele Vogelarten, die ihre Jungen während des Flugs transportieren. Wenn dem Nest eines Brachvogels eine Gefahr droht, nimmt die Mutter die Jungen fest zwischen ihre Beine und kann so schnell wegfliegen. Blesshühnchen, Habichte und Blaumeisen tragen ihre Jungen im Schnabel, um sie an einen sichern Ort zu bringen. Rotschwanzfalken tragen ihren Nachwuchs genau wie ihre Beute mit ihren Klauen.
Haubentaucher transportieren ihre Jungen auf dem Rücken und wenn sie einen Feind ausmachen, tauchen sie schnell unter Wasser und schwimmen, wobei ihre Jungen noch immer auf dem Rücken sind.
Tropische Kröten tragen ihre Eier und Kaulquappen auf dem Rücken und Landkröten können mit ihrem Nachwuchs zusammen an einen sicheren Ort springen.
Noch interessanter ist, dass einige Fische ihre Jungen im Maul an sichere Orte bringen. Ein Welsmännchen, das in der Umgebung seines aus Seegras bestehenden Nestes auf Futtersuche geht, beschützt auch seine Eier und frisch geschlüpften Jungen. Wenn ein Junges das Nest verlässt, schwimmt der Vater ihm hinterher. Er nimmt das Jungtier ins Maul und bringt es zurück.
Ameisen nehmen ihre Eier und Larven häufig in den Mund, um sie in ein anderes Kinderzimmer zu bringen. Jeden Morgen bringen die Ameisen, die mit der Aufzucht der Jungen betraut sind, die Kleinen nach oben, damit sie sich in der Sonne aufwärmen können. Wenn die Sonne weiterwandert, folgen die Larven der Bewegung. Wenn sie genug Sonne getankt haben, werden sie am Abend von ihren Betreuerinnen wieder in ihre Kinderzimmer im Inneren des Baus gebracht. Die Kinderzimmer werden verschlossen, damit die Abendkälte nicht eindringen kann. Am nächsten Morgen werden die Eingänge wieder geöffnet und die Larven wieder nach oben gebracht.
Wenn das Nest zerstört wird, nehmen die Ameisen jeden Preis in Kauf, um die Larven zu schützen. Einige der Ameisen gehen zum Angriff über, um ihre Feinde abzuwehren. Die Anderen laufen zu den Kinderzimmern, um die Larven zu retten. Sie nehmen die noch nicht ausgewachsenen Ameisen zwischen ihre Kiefer und bringen sie aus dem Bau nach draußen. Dort verstecken den Nachwuchs, bis der Kampf vorbei ist und die Feinde abgezogen sind.110
Alle Lebewesen, von den Käfern bis zu den Löwen, den Fröschen bis zu den Vögeln, transportieren also ihre Jungen zum Schutz vor Feinden. Das ist in jedem Fall sehr mühsam und bringt das Leben der Eltern in Gefahr. Wie kann man erklären, dass ein Tier so einen starken Schutzinstinkt hat? Wir haben gesehen, dass alle Lebewesen ihren Jungen gegenüber so lange Verantwortung zeigen, bis diese ausgereift sind. Die Eltern versorgen alle Bedürfnisse. Und alle Lebewesen in der Natur können als Beispiel für diesen Schutz und Aufopferungsbereitschaft herangezogen werden.
Ein weiteres Mal können wir die Wahrheit deutlich erkennen: Jedes einzelne Lebewesen steht unter dem Schutz Gottes. Gott inspiriert jedes einzelne zu seinem Verhalten und sie alle folgen Ihm. Jedes einzelne verneigt sich vor seinem Schöpfer Gott. Im Quran lernen wir folgendes über diese Tatsache:

Denn Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Alles gehorcht Ihm. (Sure ar-Rum, 26)

KOOPERATION UND SOLIDARITÄT
IM TIERREICH


Die bisherigen Kapitel dieses Buches haben sich allgemein mit der Opferbereitschaft und der Zärtlichkeit beschäftigt, welche die Tiere ihren Jungen gegenüber obwalten lassen. Doch in der Natur sind Opferbereitschaft, Kooperation und Solidarität keine Besonderheiten, die dem Nachwuchs vorbehalten sind. Die meisten Tiere verhalten sich untereinander solidarisch. Man kann sogar manchmal Solidarität zwischen den Arten beobachten. Insbesondere Tieren, die in Stämmen oder Kolonien leben, bietet das Zusammenleben viele Vorteile.
Die Aussage der Evolutionisten, dass die gesamte Natur in einem Kampf ums Überleben steht und alle Tiere miteinander in Konkurrenz stehen, verliert eindeutig an Gültigkeit, wenn man betrachtet, wie die Tiere zusammenleben. Die meisten Lebewesen stehen nicht in einem Konkurrenzkampf, sondern nutzen die Vorteile, die ihnen Solidarität, Kooperation und Opferbereitschaft bringen.
Eigentlich sind sich auch die Evolutionisten dieser offensichtlichen Tatsache in der Natur bewusst und versuchen dies mit der Evolutionstheorie in Einklang zu bringen. Der berühmte Evolutionist Peter Kropotkin hat bei Beobachtungen in Ostsibirien und der Mandschurei viele Beispiele für Hilfestellungen zwischen Tieren festgestellt und sogar ein Buch darüber verfasst. Über die Solidarität im Tierreich schreibt Kropotkin folgendes:
Als wir anfingen uns mit dem Begriff Kampf ums Überleben zu beschäftigen, war das Erste, das uns verwunderte, die Beispiele für gegenseitige Hilfe. Die meisten Evolutionisten haben eingesehen, dass diese gegenseitige Hilfe nicht nur dem Zweck die nächste Generation großzuziehen dient, sondern auch den Individuum Schutz und Nahrung bietet. In weiten Gebieten des Tierreichs ist gegenseitige Hilfe ein Gesetz. Diese gegenseitige Hilfsbereitschaft lässt sich im Tierreich auch bei Tieren auf der niedrigsten Entwicklungsstufe beobachten...111
Obwohl er selber ein Anhänger der Evolutionslehre ist, gibt Kropotkin wegen der offensichtlichen Beweise, die er in der Natur vorfindet, einen Kommentar ab, welcher der Evolutionstheorie widerspricht. Anhand der Beispiele auf den folgenden Seiten werden wir erkennen, dass Solidarität und Kooperation zwischen den Lebewesen und sogar zwischen den Arten für die Sicherheit und Nahrungsversorgung ausgesprochen wichtige Faktoren sind. Dieses Gleichgewicht und die Ordnung der Natur beweisen eindeutig die makellose Schöpfung Gottes. Und zwar dergestalt, dass Jeder, der Zeuge dieses bewussten und intelligenten Verhaltens der Tiere, die selber eigentlich unbewusst sind, wird, begeistert ist. Einer davon ist ein berühmter Wissenschaftler im Bereich Physiologie und Medizin, Kenneth Walker. Er beschreibt seine Beobachtungen während einer Jagd in Ostafrika folgendermaßen:
Ich kann mich noch lebhaft an einige Beispiele von Solidarität zwischen Tieren erinnern, die ich auf einer Jagdreise in Ostafrika vor einigen Jahren beobachten konnte. Ich war Zeuge, dass einige Herden von Zebras und Gazellen an bestimmten Orten Wachen aufstellten, um sich gegenseitig warnen zu können. Ich habe nicht Jagd auf Zebras gemacht, aber es war beinahe unmöglich eine Gazelle zu erwischen. Denn wann immer ich mich einer näherte, hat eines der Zebras dies bemerkt und die Gazelle gewarnt. Auch Giraffen und Elefanten haben wir häufig gemeinsam angetroffen. Mit ihren riesigen Ohren können Elefanten ausgezeichnet hören. Doch ihr Sehsinn ist sehr schwach. Giraffen dagegen gleichen Wachposten auf einem Turm. Wenn Elefanten und Giraffen ihre Stärken verbinden, kann sich niemand ihnen ohne gehört oder gesehen zu werden nähern. Noch interessanter (um nicht zu sagen ausgesprochen seltsam) ist die Zusammenarbeit zwischen Nashörnern und einer Vogelart, welche ihnen Parasiten, die sich auf dem Rücken ansiedeln, aus der Haut picken. Diese Vögel sind beständig in Habacht, wann immer ich mich von weitem genähert habe, haben sie durch ihre Rufen und Zwitschern die Tiere, auf deren Rücken sie sich befanden, gewarnt. Während die Nashörner die Flucht ergriffen, waren die Vögel wie in einem Karawanenzug auf dem Rücken und wichen nicht von der Stelle.112
Diese Beobachtungen von Kenneth Walker sind nur kleine Beispiele für die Opferbereitschaft und Kooperation, die man jederzeit im Tierreich feststellen kann. Überall kann der Mensch Beobachtungen über ähnliche Verhaltensweisen anstellen. Doch das wichtigste ist, dass der Mensch über diese erstaunlichen Beispiele nachdenkt.
Hat es einen Grund, warum ein Lebewesen, das per Zufall entstanden ist und in der Natur den „Kampf ums Überleben” austrägt, sich so sorgsam verhält? Oder eher gesagt, ist es möglich von einem Tier so intelligentes und aufopferungsvolles Verhalten zu erwarten?
Natürlich nicht. Ein aus Zufall entstandenes und unbewusstes Wesen kann kein „intelligentes” Verhalten aufweisen. Es kann nicht in Betracht ziehen, andere zu schützen. Die einzige Erklärung für alle diese Verhaltensweisen der Tiere liegt in der Existenz Gottes, Der sie leitet und ihnen Inspiration verleiht.
Auf den folgenden Seiten werden wir einige Beispiele genauer betrachten und so die Herrschaft Gottes über die Kreatur deutlich vor Augen haben.

TIERE WARNEN SICH GEGENSEITIG BEI GEFAHR
Einer der wichtigsten Vorteile des Lebens in Gruppen besteht darin, dass dies mehr Schutz bietet. Denn wenn ein einziges Tier aus der Gruppe Gefahr wittert, warnt es die anderen Tiere des Verbands, statt einfach zu fliehen. Jede Tierart verfügt über ihr eigenes Warnsystem. Hasen und einige Hirscharten stellen ihre Schwänze auf, wenn sie Gefahr wittern. Gazellen führen einen interessanten Hüpftanz auf.113
Viele kleinere Vögel pfeifen, sobald sie einen Feind ausmachen. Die Golddrossel gibt einen hoch frequentierten Pfeifton ab. Das menschliche Ohr nimmt diesen als feines Pfeifen war. Die wichtigste Besonderheit dieses Geräusches liegt darin, dass man die Quelle nicht orten kann. Das ist ein wichtiger Vorteil für den Vogel, der seine Sippe warnt.114 Denn ein Vogel, der in Angesicht eines Feindes einen Pfeifton loslässt, würde damit die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Doch wenn nicht klar ist, welcher Richtung der Laut entspringt, verringert sich die Gefahr.
Auch Käfer, die in Kolonien leben, warnen die gesamte Kolonie, wenn sie Gefahr wittern. Doch auch der Alarmgeruch, den Käfer versprühen um ihre Artgenossen zu warnen, erregt die Aufmerksamkeit des Feindes. Daher nehmen Käfer, die ihre Kolonie warnen, dafür den Tod in Kauf.115
Präriehunde leben in großen Kolonien. Ihre Bauten gleichen fast einer Stadt und sind in Abteilungen gegliedert, in denen jeweils rund 30 Tiere leben. Alle Tiere innerhalb einer „Stadt” kennen sich. Jederzeit stehen einige Tiere auf Erdhügeln, von wo aus sie alle Richtungen überschauen können, an den Tunnelausgängen und Eingängen auf den Hinterfüssen Wache. Wenn einer der Wächter einen Feind sieht, bellt er einen Warnruf. Diese Warnung wird von den anderen Wachposten aufgenommen und wird so in der gesamten Stadt bekannt gemacht.116
Dabei gibt es einen wichtigen Punkt, den man beachten sollte. Es gibt sicherlich zu denken, dass die Tiere sich in so aufopferungsvoller Art und Weise gegenseitig warnen. Aber noch wichtiger ist, dass diese Tiere sich gegenseitig „verstehen”. Wenn eines der oben erwähnten Tiere seinen Artgenossen ein Warnsignal gibt, beispielsweise wenn ein Hase seinen Schwanz in die Höhe reckt, so verstehen die Anderen dies und ergreifen sofort dementsprechende Maßnahmen. Wenn nötig entfernen sie sich, wenn nötig verstecken sie sich. Hierbei muss man folgendes bedenken: Wenn diese Tiere sofort verstehen, dass sie bei diesem Zeichen fliehen müssen, so bedeutet das, dass sie dies zuvor untereinander abgesprochen und beschlossen haben müssen, damit sie diesem einzigen Kommando folgen können. Aber das wäre natürlich ein Ereignis, von dem kein mit Verstand gesegneter Mensch glauben würde, dass es stattgefunden haben kann. Daher müssen wir folgende Wahrheit akzeptieren: Alle diese Tiere wurden von einem einzigen Schöpfer erschaffen und bewegen sich dank Seiner Inspiration.
Ein weiteres Beispiel sind die Vögel, die auf dem Rücken des Nashorns leben und deren Warnruf von ihren Wirten ebenfalls verstanden wird. Hier ist von einem nicht zu übersehenden bewussten Verhalten die Rede. Zweifelsohne ist es unmöglich, dass ein Lebewesen ein anderes „mit Verstand” vor einer Gefahr warnt, dabei verstanden wird und der Gewarnte sich dementsprechend verhält. Daher gibt es für das bewusste und intelligente Verhalten nur eine Erklärung: Allen Tieren wurden ihre Fähigkeiten und Verhaltensweisen beigebracht. Es ist Gott, der Schöpfer allen Seins, Der die Kreaturen mit unendlicher Barmherzigkeit und Liebe schützt, Der den Tieren ihr Verhalten beibringt und sie danach handeln lässt.

Tiere verteidigen sich gemeinsam gegen Gefahren
Tiere, die in Stammesverbänden leben, warnen sich nicht nur gegenseitig beim Auftauchen von Gefahren, sie stellen sich auch gemeinsam dagegen. Wenn Raubvögel wie Habichte oder Eulen in die Gebiete kleinerer Vögel eindringen, dann rotten sich diese zusammen und umringen den Eindringling. Dabei rufen sie mit einem besonderen Ruf auch die anderen Vögel der Umgebung herbei. Der konzertierte Angriff der kleinen Vögel vertreibt die Greifvögel normalerweise aus dem Revier.117
Genauso sind auch die Mitglieder eines Vogelschwarms während des Fluges geschützt. Stare lassen große Entfernungen untereinander, wenn sie im Schwarm fliegen. Doch wenn sie einen Habicht sehen, schließen sie die Abstände. So wird erschwert, dass der Habicht in den Schwarm eindringen kann und selbst wenn er dies riskiert, wird er an den Flügeln verletzt und kann nicht mehr jagen.118
Säugetiere reagieren ebenfalls gemeinschaftlich, wenn ihre Familie angegriffen wird. Wenn Zebras angegriffen werden, nehmen sie die Jungtiere in die Mitte der Herde. Wir können dazu folgendes Beispiel liefern: Während seiner Beobachtungen in Ostafrika hat die Britische Wissenschaftlerin Jane Goodall beobachtet, dass drei Zebras bei einem Raubtierangriff von den anderen getrennt wurden. Als die anderen Zebras bemerkten, dass drei Tiere in Gefahr waren, sind sie sofort umgekehrt und haben ihre Artgenossen gerettet, indem sie die Feinde mit ihren Hufen und Zähnen vertrieben haben.119
Normalerweise bleibt der männliche Anführer einer Zebraherde bei einem Angriff zurück und die Weibchen mit den Jungtieren laufen voraus. Das Zebramännchen läuft im Zickzack hinter ihnen her, wirft seine Hufen oder dreht sich gar um, um die Angreifer zu verjagen. 120
Delfine bewegen sich immer in Gruppen und stellen sich auch ihren größten Feinden, den Haifischen, in Gruppenverbänden. Wenn sich Haifische auf eine Art nähern, die eine Bedrohung für den Nachwuchs der Delfine darstellt, trennen sich zwei ausgewachsene Tiere von der Gruppe und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Wenn die Aufmerksamkeit des Haifischs abgelenkt ist, wird er von den übrigen Delfinen eingekreist und sie greifen dann plötzlich zusammen an.121
Aber es gibt noch interessantere Verhaltensweisen als diese. Normalerweise schwimmen Delfinfamilien immer in der Nähe eines Thunfischschwarms, der ihre Nahrungsgrundlage darstellt. Daher verfolgen Thunfischfischer die Delfine und werfen ihre Netze im passenden Moment aus. Doch in den für den Thunfisch ausgeworfenen Netzen verfangen sich manchmal auch die Delfine. Weil Delphine atmen, geraten sie in Panik, wenn sie sich in einem Netz verfangen haben und geraten in Schock. Sie sinken dann Richtung Meeresgrund ab. Weil sie im Familienverband leben, kommen die anderen Delfine sofort zur Rettung des im Netz gefangenen Mitglieds. Alle Familienmitglieder tauchen mit dem gefangenen Delfin gemeinsam auf den Meeresgrund und versuchen ihn nach oben zu ziehen, um ihn zu retten. Doch bei diesem Versuch sterben sie meist, da sie nicht atmen können. Noch dazu handelt es sich hierbei nicht um das Verhalten einer einzigen Delfinfamilie, sondern alle zeigen diese Führsorge in ähnlichen Fällen.122
Wenn ein Grauwalweibchen verletzt wird, eilen ihm ein oder mehr Männchen zur Hilfe. Damit das Weibchen atmen kann, halten sie es über der Wasseroberfläche und schützten sie vor Angreifern.123
Wenn Auerochsen angegriffen werden, fliehen sie nicht sondern bilden einen Kreis. Alle Mitglieder der Gruppe, ziehen sich ohne dem Feind den Rücken zuzukehren zurück, bis sich ein Ring gebildet hat. Die Jungtiere befinden sich in der Mitte dieses Kreises und die Mütter verstecken sie unter ihrem langen Fell. Indem die Erwachsenen einen solchen Ring um die Jungtiere bilden, sind diese absolut geschützt. Wenn eines der Tiere den Kreis wegen eines Angriffs verlassen musste, kehrt es zurück an seinen Platz, damit der Ring zum Schutz der Jungtiere sich nicht auflöst.124
Abgesehen von Gefahrenmomenten gibt es auch sehr eindrucksvolle Beispiele von Kooperationen im Tierreich in Bezug auf die Jagd. Pelikane gehen zu Beispiel immer im Schwarm auf die Fischjagd. Wenn sie einen passenden Fischschwarm ausgemacht haben, bilden sie einen Halbkreis in Richtung Strand und verkleinern diesen Halbkreis, indem sie in die flachen Gewässer vordringen. Alle Fische, die in diesem Halbkreis sind, werden gefangen.125 In engen Flüssen und Kanälen teilen sie sich sogar in zwei Gruppen auf. Bei Nacht kehren sie an ihre Ruhestätten zurück und man wird niemals beobachten, dass ein Streit über ihre Position am Wasser oder den Ruheplätzen ausbricht.
Jeder Mensch sollte darüber nachdenken, wie gut die Tiere zusammenleben, einander beschützen und gemeinsam agieren. Denn wie wir bereits zu Beginn erläutert haben, sind die Tiere, von denen hier die Rede ist, nicht wie Menschen mit Verstand und Bewusstsein gesegnet. Es handelt sich um Zebras, Vögel, Käfer, Delfine und andere, die keinen Verstand und kein Bewusstsein haben.
Natürlich kann kein mit Verstand gesegneter Mensch behaupten, dass diese Lebewesen solche Kooperation eigenständig bewerkstelligen können. Das Ergebnis, zu dem ein mit Verstand gesegneter Mensch im Angesicht dieser Tatsachen kommen muss, ist folgendes: Alles in der Natur ist das Ergebnis eines unendlich weisen und mächtigen Schöpfers. Gott ist dieser Schöpfer, Der alle Menschen, Tiere, Käfer, Pflanzen, beseelten und unbeseelten Existenzen geschaffen hat. Er verfügt über die höchste Macht, Barmherzigkeit, Liebe, Verstand, Wissenschaft und Weisheit. Außerdem sollte man über die folgende Wahrheit nachdenken, die Er uns im Quran offenbart hat:
Gott sei also alles Lob, dem Herrn der Himmel und dem Herrn der Erde, dem Herrn der Welten! Sein ist die Herrlichkeit in den Himmeln und auf Erden. Und Er ist der Erhabene, der Weise. (Sure al-Dschathiya, 36-37)

„Dem Herrn der Himmel und der Erde und was zwischen beiden ist dem Mächtigen, dem Vergebenden." (Sure Sad, 66)

Wie die Afrikanischen Vögel einander beschützen
Die Afrikanischen Vögel leben in Schwärmen zusammen und sind extrem gut aufeinander abgestimmt. Sie bieten ein hervorragendes Beispiel für gegenseitige Hilfe. Die Hauptnahrungsquelle dieser Vögel bilden die Früchte auf den Bäumen, auf denen sie sich niederlassen. Doch auf den ersten Blick ist es ziemlich beschwerlich für die Vögel, an das Obst am Ende der Äste heranzukommen. Denn weil die Früchte sich an den äußeren Zweigen befinden, können sich nur diejenigen aus dem Schwarm davon ernähren, die in der Nähe der Früchte sitzen. Die Übrigen würden Gefahr laufen hungrig zu bleiben, da zum einen nicht genügend Platz auf den Ästen ist, zum anderen nicht ausreichend Früchte vorhanden sind. Doch es verhält sich keinesfalls so, wie wir das glauben.
Die Afrikanischen Vögel fliegen gemeinsam Richtung Baum und als hätten sie eine Absprache getroffen, reihen sie sich nebeneinander auf die Äste. Die Vögel, die sich am nächsten zu den Früchten niedergelassen haben, reißen das Obst ab und reichen es den anderen Mitgliedern der Kolonie mit dem Schnabel weiter und sorgen somit dafür, dass es auch die Vögel erreicht, die ganz an Ende des Astes sitzen. Wenn man bedenkt, dass diese Tiere weder über Verstand noch Selbstbestimmung verfügen um so eine außergewöhnliche Opferbereitschaft aufzubringen, ist das Erste, was man für möglich halten würde, dass der Vogel die eingesammelten Früchte für sich selber abzweigen würde und so die Nahrungsversorgung der übrigen Mitglieder des Schwarms gestört werden würde. Doch während zu erwarten wäre, dass die vorderen Vögel die Früchte für sich in Anspruch nehmen, verhalten sich diese Tiere einmalig diszipliniert und geordnet und haben die beste Möglichkeit gefunden, wie sie alle Mitglieder des Schwarm mit Futter versorgen können. Keiner dieser Vögel, die auf dem Ast aufgereiht sitzen, würde versuchen diese Ordnung zu zerstören. Denn nur durch diese Hilfe ist dafür gesorgt, dass der gesamte Schwarm mit Nahrung versorgt ist. Denn normalerweise befinden sich sehr viel weniger Früchte am Ast, als Vögel im Schwarm. Daher bleibt immer ein Teil des Schwarms hungrig, egal wie viel Obst die Vögel sammeln und von Schnabel zu Schnabel weiterreichen. Wenn es sich daher die Afrikanischen Vögel auf einem anderen Ast niederlassen, setzen sich nun diejenigen Vögel an das Ende, die beim letzten Ast nicht ausreichend Nahrung abbekommen haben und daher noch hungrig sind. Die Verteilung der Früchte fängt nun bei ihnen an.126

Tiere, die sich während der Geburt helfen:
Insbesondere Säugetiere sind während der Geburt einer großen Gefahr ausgesetzt. Sowohl die Mutter als auch die Neugeborenen stellen eine leichte Beute für Raubtiere dar. Doch normalerweise steht ein Tier aus der Horde während der Geburt zur Hilfe.
Wenn beispielsweise Antilopenweibchen werfen, bevorzugen sie ein Gestrüpp etwas abseits der Herde. Doch während der Geburt sind sie nicht alleine. An ihrer Seite ist ein anderes Weibchen aus der Herde, um zu helfen.
Auch Delfine sind für ihre Hilfsbereitschaft während der Geburt bekannt. Sobald die Jungen zur Welt gekommen sind, müssen sie an die Wasseroberfläche. Deswegen hilft das Weibchen den Jungen und stupst sie mit der Nase nach oben. Kurz vor der Geburt erschweren sich ihre Bewegungen. Deswegen gesellen sich ihr während der Geburt zwei Delfinweibchen dazu. Die Helferinnen schwimmen vor der Geburt in der Nähe der werdenden Mutter, damit ihr nichts passiert. Ihre Aufgabe besteht darin, die werdende Mutter, deren Bewegungen vor der Geburt verlangsamt sind und die sich daher nicht gegen Gefahren zur Wehr setzen kann, zu schützen. Weil sie vor der Geburt einen Blutgeruch verströmt, zieht sie Haifische an, die eine große Gefahr für sie darstellen.
Die ersten zwei Wochen entfernt sich das Junge nicht von der Mutter. Kurz nach der Geburt gelingt es dem Delfinjungen zu schwimmen und in dieser Zeit fängt es an, sich Stück für Stück von der Mutter zu entfernen. Doch die Delfinmutter, die gerade eine Geburt hinter sich gebracht hat, kann mit den schnellen und sprunghaften Bewegungen nicht mithalten und da sie das Junge nicht ausreichend bewachen und beschützen kann, wird diese Aufgabe ebenfalls von den Helferinnen übernommen.127
Um der Elefantenkuh vor der Geburt zu helfen, stehen die anderen Elefantenweibchen der Herde jederzeit bereit. Die Mutter versteckt sich geschickt zwischen dickem Gestrüpp und Bäumen und die Elefantenweibchen, die ihr bei der Geburt beistehen, übernehmen über Jahre auch den Schutz des Jungtieres. Elefantenkühe sind viel aufmerksamer und aggressiver, wenn sie ein Jungtier bei sich haben.128
Sicherlich sollte man sich fragen, wie sich die Elefanten und anderen Lebewesen vor der Geburt verständigen, woher sie wissen, dass die Zeit für die Geburt gekommen ist und dass das andere Tier Hilfe braucht. Kein einziges Tier verfügt über den Verstand und den Willen, dies zu schaffen. Außerdem helfen sich Elefanten überall auf der Welt auf die beschriebene Art und Weise. Dasselbe gilt auch für die Delfine und anderen Lebewesen. Das ist ein deutliches Zeichen, dass sie alle vom ein und demselben Schöpfer erschaffen wurden und jederzeit unter Seiner Führung stehen.

Babysitter für den Nachwuchs anderer
Säugetiergruppen haben meist eine enge Familienbindung. Ein typisches Wolfsrudel besteht aus einem Männchen, einem Weibchen, den neugeborenen Jungen und vielleicht noch ein oder zwei Jungtieren aus dem vorhergehenden Wurf. Alle Erwachsenen helfen bei der Verteidigung der Jungtiere. Manchmal bleibt eines der Weibchen die ganze Nacht als "Babysitterin” am Bau. Dadurch hat die Mutter der Jungtiere die Möglichkeit mit dem restlichen Rudel auf die Jagd zu gehen.
Afrikanische Jagdhunde leben in ähnlichen Verbänden aus rund zehn Tieren zusammen. Die Männchen und Weibchen teilen sich den Schutz und die Nahrungssuche für die Jungen auf. Um nicht zu sagen, sie konkurrieren förmlich um die Pflege der Jungen. Wenn ein Beutetier erlegt wurde, bilden die Erwachsenen einen Kreis darum, um die Hyänen fern zu halten. Die Jungen nehmen sie ins Innere und lassen sie zuerst fressen.129
In einem Pavianrudel hilft der Anführer der Gruppe den Kranken oder Verletzten. Ausgewachsene Paviane adoptieren Jungtiere, die ihren Vater oder Mutter verloren haben. Sie erlauben den Halbweisen mit ihnen in der Herde zu laufen und nachts an ihrer Seite zu bleiben. Wenn die Herde den Ort wechselt und die Mutter ein Junges nicht auf dem Rücken tragen kann, so nimmt sie das Kleine an der Hand und es muss laufen. Doch weil das Jungtier schnell ermüdet, muss oft Rast eingelegt werden. Daher bleiben sie hinter der Herde zurück. Wenn der Anführer dies bemerkt, kehrt er sofort um, geht zur Pavianmutter mit ihrem Jungen und wenn das Junge stehen bleibt, bleiben daraufhin alle stehen.130
Schakale bleiben nach der Stillzeit normalerweise bei ihren Müttern und kümmern sich um die Jungen, die die Mutter nach ihnen zur Welt bringt. Der helfende Schakal bringt Futter und hält wilde Tiere vom Bau fern und sorgt dadurch dafür, dass der Nachwuchs eine höhere Überlebenschance hat.131
Doch Schakale sind nicht das einzige Beispiel für Tiere, die sich ihrer Geschwister annehmen. Auch bei den Blässhühnchen und einigen Schwalbenarten kümmern sich die Jungen aus der ersten Brut um die nachfolgende zweite Brut.
Viele Bienenfresserpärchen helfen anderen Pärchen bei der Pflege ihrer Jungtiere. Diese Art von Hilfe kann man bei Vögeln häufig beobachten.
Die Tatsache, dass Tiere sich um den Nachwuchs anderer kümmern und diese Verantwortung auf sich nehmen, ist ein weiterer Beweis, der die Aussagen der Evolutionstheorie entkräftet. Wie wir bereits zuvor festgestellt haben, behaupten die Evolutionisten, dass Tiere, die Opferbereitschaft zeigen, so handeln, damit ihre Gene an die kommende Generation weitergegeben werden und deswegen Verhaltensweisen, die wie Opferbereitschaft aussehen, eigentlich mit Egoismus begründbar sind. Doch die Tiere, die wir in diesem Kapitel kennen gelernt haben, kümmern sich nicht nur um Lebewesen, die dieselben Gene tragen, sondern auch um andere, die Hilfe brauchen. Die Theorie des „Egoistischen Gens” ist also ebenso wenig wissenschaftlich haltbar wie die anderen Theorien der Evolutionisten. Denn es ist auch unmöglich, dass ein Tier, das weder Verstand noch Bewusstsein hat, Sorge dafür tragen kann, seine Gene in die nächste Generation weiterzugeben. Wenn man aber behauptet, dass ein Lebewesen auf die Sorge um seine Gene programmiert wurde, so muss man gleichzeitig eingestehen, dass eine intelligente und wissende Existenz besteht, die dieses Programm erstellt hat.
Es ist offensichtlich, dass jedes Lebewesen, dem wir in der Natur begegnen, mitsamt seinen Eigenschaften von der Existenz eines erhabenen Schöpfers zeugt. Und dieser Schöpfer ist der barmherzige und gütige Gott.

Das aufopferungsvolle Leben in einer Kolonie
Ameisen, Bienen und Termiten leben in einer streng organisierten Welt, die auf Disziplin, Gehorsam, Arbeitsteilung, Solidarität und Opferbereitschaft basiert. Diese winzigen Lebewesen betrachten ihr eigenes Leben als Nichtig und vom Moment des Schlüpfens bis zu ihrem Tod liegt ihr gesamtes Streben in der Aufzucht der Larven, dem Schutz der Kolonie und der Nahrungssuche. Sie teilen untereinander die Nahrung, reinigen ihre Umgebung und opfern sogar für die Anderen ihr Leben.
Jeder einzelne weiss, was er zu tun hat und erledigt dies mustergültig. Für jeden Einzelnen stehen die anderen Bewohner der Kolonie und insbesondere die schutzlosen Larven im Vordergrund. Man kann nicht eine einzige egoistische Verhaltensweise an Bienen, Termiten oder Ameisen entdecken. Das Leben in einer Kolonie folgt einer mustergültigen Ordnung und es können große Erfolge erzielt werden.
Peter Kropotkin beschreibt in seinem Buch, welche großen Erfolge Ameisen und Termiten durch ihre gegenseitige Hilfe erzielen, folgendermaßen:
Hätten die unglaublichen Bauten der Termiten und Ameisen dieselbe Größe wie die Werke des Menschen, so würden sie bei einem direkten Vergleich weitaus überragender abschneiden. Asphaltierte Wege, Galerien, die sich über den Boden wölben, breite Gänge und Getreidespeicher, Getreideflächen, Erntearbeiten, intelligente Methoden bei der Pflege der Eier und Larven, … und nicht zuletzt ihr Mut und übermäßiger Verstand, all dieses ist ein natürliches Ergebnis aus ihrer gegenseitigen Hilfsbereitschaft in diesem mühsamen und ermüdenden Leben.132
In diesem Kapitel werden einige Beispiele für Opferbereitschaft und Zusammenarbeit in Ameisenkolonien und Bienenstöcken aufgezeigt.

Einige Beispiele für Opferbereitschaft
in Ameisenkolonien
1. Eine der wichtigsten Besonderheiten von Ameisenkolonien besteht darin, dass die Nahrung geteilt wird. Wenn sich zwei Ameisen aus einer Kolonie begegnen und eine davon hungrig oder durstig ist, so bietet ihr die andere, die in ihrem Schlund zerkaute oder halbverdaute Nahrung als Futter an. Und die Ameise, welche die Nahrung in ihrem Schlund hatte, würde das Angebot niemals zurücknehmen, sondern immer mit der anderen teilen. Auch die Larven werden mit den Speisen gefüttert, welche die Ameisen in ihrem Schlund haben. In den meisten Fällen legen sie für sich sogar weniger Nahrung zurück, als sie den anderen anbieten.133
2. Im Ameisenhaufen besteht eine perfekte Zusammenarbeit und jede einzelne Ameise erfüllt ihre Aufgabe mit höchster Sorgfalt. Einige der Ameisen fungiert als Türsteher. Diese Ameisen müssen den Eingang zum Ameisenhaufen bewachen. Dieser darf nur von Ameisen aus der eigenen Kolonie betreten werden, den anderen wird der Zugang verweigert. Die Köpfe der Türsteherameisen sind genauso groß wie der Eingang und durch diese Besonderheit ist die Tür verschlossen. Die Türsteher warten den gesamten Tag bewegungslos vor dem Eingang.134 Daher sind es auch die Türsteher, die sich als erstes einem Feind in den Weg stellen müssen.
3. Ameisen teilen nicht nur die Nahrung aus ihrem Magen, sie versuchen auch so vielen anderen wie möglich mitzuteilen, wo sie das Futter gefunden haben. In diesem Verhalten kann man kein Anzeichen sehen, dass sie sich nur für sich selber einsetzen. Wenn eine Ameise eine neue Nahrungsquelle gefunden hat, dann füllt sie damit ihren Schlund und kehrt zur Kolonie zurück. Bei ihrer Rückkehr reibt sie ihren Bauch in kurzen Abständen über den Boden und hinterlässt so eine chemische Botschaft. Doch das reicht noch nicht aus. Wenn sie an den Ameisenhaufen zurückgekehrt ist, macht sie einen schnellen Rundgang. Das wiederholt sie drei bis sechs Mal. Durch diese Bewegung erregt sie die Aufmerksamkeit der Mitbewohner. So folgen ihr die anderen, wenn sie zu der frisch entdeckten Nahrungsquelle zurückkehrt.
4. Mit mittelgroßen Arbeiterameisen, die Blätter schneiden, sind den gesamten Tag damit beschäftigt Blätter zu tragen. Doch währenddessen sind sie absolut schutzlos. Insbesondere einer ganz bestimmten Fliegenart gegenüber. Diese Fliegenart legt ihre Eier in den Kopf der Ameise. Nachdem sich das Ei im Körper der Ameise entwickelt hat, schlüpft die Larve und dringt bis in das Gehirn des Wirtstieres vor, was dessen Tod bedeuten kann. Die Arbeiterameisen können sich, während sie Blätter tragen, gegen diese Gefahr nicht schützen Doch mit dieser Aufgabe sind andere betraut. Kleine Ameisen aus derselben Kolonie setzen sich auf die Blätter und wenn eine Fliege angreift, gehen die kleinen Beschützer auf dem Blatt zur Verteidigung über.135
5. Einige Ameisen ernähren sich von zuckerhaltigem Pflanzensaft und daher nennt man sie Honigtopfameisen. Die Honigtopfameisen transportieren die süße Nahrung, die sie aus den Pflanzenblättern saugen, zu ihrem Bau und lagern ihn dort auf höchst erstaunliche Art und Weise. Einige junge Ameisen betätigen sich als "lebendiges Vorratsglas". Wenn die Arbeiter mit dem Honig im Laib zum Bau zurückkehren, übergeben sie diesen in den Mund der jungen Arbeiterameisen. Der untere Körperteil der Honigträgerbienen bläht sich auf und wird zu einem Honigsack. Manchmal werden sie dabei so groß wie eine Weintraube.136 25-30 davon hängen sich mit den Füßen pro Zimmer von der Decke und verharren in dieser Lage. Falls eine herunterfällt, wird sie von den Arbeiterameisen sofort wieder in ihre vorherige Position gebracht. Der Honig in ihren Bäuchen ist ungefähr acht Mal schwerer als ihr eigenes Körpergewicht. Im Winter oder in Dürrezeiten besuchen die Arbeiter die Honiggefäße und decken ihren täglichen Bedarf an Nahrung. Dazu pressen die beiden Ameisen ihre Mäuler aufeinander und mit einer leichten Muskelbewegung lässt die Ameise den Honig in das Maul der anderen tropfen. Zweifelsohne ist es unmöglich, dass Ameisen ein solches Lagerungssystem aus freiem Willen entwickelt haben. Noch dazu zeigt die Ameise, die als Aufbewahrung dient, große Opferbereitschaft. Ein Gewicht, das acht Mal mehr ist als das eigene Körpergewicht zu tragen und dabei verkehrt herum von der Decke zu hängen, ist ein großes Opfer. Noch dazu erwarten sie dafür keine Gegenleistung. Mit großer Geduld verharren sie in dieser Position und helfen somit jeder einzelnen Ameise in der Kolonie, an Futter zu kommen. Es ist eine Tatsache, dass sich weder diese Methode noch der dazugehörige Körperbau nicht durch Zufall entwickelt haben können. Und über Generationen finden sich in jeder Kolonie erneut Ameisen, die diese Aufgabe freiwillig auf sich nehmen. Dies ist ein eindeutiger Beweis, dass alle Ameisen durch die Eingebung Gottes, des Schöpfers, handeln.
6. Wenn es nötig ist die Kolonie gegen einen Angriff zu schützen, begehen die Ameisen manchmal auch Selbstmord, um dem Feind zu schaden. Viele Ameisenarten kennen diese auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführten Selbstmordangriffe. Eine in diesem Zusammenhang besonders interessante Ameise lebt im Regenwald Malaysias. Diese Ameisen haben einen Giftsack, der sich von ihren Kiefern bis zum Rücken erstreckt. Wenn die Ameise von Feinden umringt ist, spannt sie ihre Bauchmuskeln fest an, um diesen Giftsack zum Platzen zu bringen und das Gift über ihren Feinden auszuschütten. Dabei stirbt die Ameise.137
7. Für die Fortpflanzung nehmen männliche und weibliche Ameisen unterschiedliche Opfer auf sich. Kurz nach dem Paarungsflug stirbt das beflügelte Männchen. Das Weibchen sucht sich ein geeignetes Nest und sobald sie es gefunden hat, reißt sie sich die Flügel aus. Dann verschließt sie den Eingang und verweilt über Wochen, oft auch Monate, ohne Nahrung dort alleine um die ersten Eier als Königin abzulegen. In dieser Zeit ernährt sie sich, indem sie ihre eigenen Flügel isst. Die Larven, die aus den ersten Eiern schlüpfen, ernährt sie mit ihrem eigenen Speichel. Das ist die Zeit, in der die Königin die Ameisen ganz alleine versorgt. So baut sie die Kolonie auf.
8. Wenn der Bau zerstört wird, versuchen die Ameisen um jeden Preis ihre Jungen zu schützen. Die Soldatenameisen im Nest gehen sofort zum Angriff über und verteidigen das Revier, wenn ein Angriff stattfindet. Die Arbeiterameisen machen sich dann sofort in Richtung der Kinderzimmer auf, um die hilfelosen Larven zu retten. Sie tragen die jungen Ameisen und Larven im Mund aus dem Nest und verstecken sie, bis der Feind verschwunden ist.138 Eigentlich würde man von einem Tier wie der Ameise erwarten, dass sie in einem Gefahrenmoment versucht sich selber in Sicherheit zu bringen und einen sicheren Ort sucht. Doch weder die Wächter, noch die Soldatenameisen, noch die Arbeiterameisen denken an ihre eigenes Leben. Jede einzelne würde für die andere ihr Leben riskieren. Das ist die höchste Opferbereitschaft. Und seit Millionen von Jahren verhalten sich die Ameisen so.
Was wir bisher berichtet haben, ist sicherlich ein höchst erstaunliches Verhalten im Tierreich. Doch es muss darauf hingewiesen werden, dass es winzige kleine Tiere sind, die dieses Verhalten an den Tag legen. Weil der Mensch daran gewöhnt ist, täglich Ameisen zu sehen, misst er ihnen keine besondere Bedeutung mehr zu. Doch der Verstand, den wir erkennen, wenn wir sie wahrnehmen und ihr Verhalten studieren, lässt sich nicht übersehen. Diese winzigen Kreaturen, deren Gehirn aus einem Nervensystem besteht, das zu klein ist um durch das menschliche Auge wahrgenommen zu werden, vollziehen vollkommen unerwartete, ziemlich bewusste Handlungen. Denn seit Abermillionen Jahren führt jede einzelne von ihnen diszipliniert die Aufgaben durch, die ihr aufgetragen sind. Sie liegen in der Obhut Gottes, des Schöpfers und handeln nach Seiner Eingebung.
So wie die Ameisen, sind alle Lebewesen in der Obhut Gottes und der Quran lehrt dazu folgendes:

Ihm ergibt sich, was in den Himmeln und auf Erden ist, freiwillig oder widerwillig, und zu Ihm müssen sie alle zurück. (Sure Al-Imran, 83)

Opferbereitschaft im Bienenstock
Ähnliche Harmonie und Solidarität wie unter Ameisen, kann man auch im Bienenstock beobachten. Insbesondere die Opferbereitschaft der Arbeiterbienen ähnelt den Ameisen sehr. Die Arbeiter beider Spezies kümmern sich bis zum Tod ohne Unterlass um die Königin und deren Larven.
In einem Bienenstock leben eine Königin, Männchen für deren Befruchtung und Arbeiterinnen. So wie bereits beschrieben, übernehmen die Arbeiterbienen alle Aufgaben im Stock. Der Bau der Waben, die Reinigung des Stocks und dessen Sicherheit, die Ernährung der Königin und der Drohnen, die Pflege der Larven, der Bau von Kammern, in denen die Eier heranwachsen können und die Kammern für die weiteren Bienen (Arbeiterinnen, Königin, Drohnen), die Vorbereitung der Zimmer, deren Reinigung, die Versorgung der Eier mit Wärme und Feuchtigkeit, das Füttern der Larven (eine Mischung aus Bienenmilch, Honig und Pollen), das Sammeln von Nektar, Blütenstaub, Wasser und Harz…
Wir können das Leben einer Arbeiterbiene und deren Opferbereitschaft folgendermaßen beschreiben:
1. Eine Arbeiterbiene lebt ungefähr vier bis sechs Wochen. Wenn die Arbeiterin geschlüpft ist, arbeitet sie etwas weniger als drei Wochen im Inneren des Stocks. Ihre erste Aufgabe besteht darin, die nachwachsenden Bienen zu versorgen. Die Arbeiterinnen ernähren sich von Honig und Blütenstaub aus den Lagern. Doch das meiste Futter geben sie an die Larven weiter. Zum Teil stoßen sie dafür die Nahrung wieder auf, zum Teil geben sie ihnen eine gallertartige Flüssigkeit, die sie in besonderen Speicheldrüsen produzieren.
Hier sollten wir einen Moment innehalten und nachdenken. Woher weiss ein frisch geschlüpftes Lebewesen, worin seine Aufgabe besteht und warum führen alle Honigbienen diese jederzeit ohne sich zu wehren durch? Eigentlich müsse eine frisch geschlüpfte Honigbiene keinerlei bewusstes Verhalten aufweisen und versuchen, ohne jedwedes Opfer aufzubringen, ihr eigenes Leben aufrecht zu erhalten. Aber dem ist nicht so und die Biene erfüllt aus einem unerwarteten Verständnis von Disziplin und Verantwortungsbewusstsein ihre Aufgabe als Kindermädchen.
2. Wenn die Arbeiterbienen rund 12 Tage alt sind, beginnen sie Wachs auszuscheiden. Dann beginnen sie die sechseckigen Waben, in denen die Larven großgezogen werden und wo das Futter gelagert wird, auszubessern und auszuweiten.
3. Im Alter zwischen 12 Tagen und drei Wochen nimmt die Arbeiterbiene den Nektar und Blütenstaub, der zum Stock gebracht wird, entgegen. Sie lagern den Nektar, um ihn in Honig umzuwandeln. Außerdem halten sie den Bienenstock sauber. Sie werfen tote Bienen und Unrat nach draußen.
4. Wenn sie drei Wochen alt sind, sind sie bereit um Blütenstaub, Nektar, Wasser und Harz, die im Stock benötigt werden, zu sammeln.
Die ausgewachsenen Bienen schwärmen aus, um nach nektarspendenden Blüten zu suchen. Die Nahrungssuche ist eine sehr anstrengende Tätigkeit. Nach zwei bis drei Wochen Arbeit ist eine Arbeiterbiene erschöpft und verendet.139 Doch das eigentlich wichtige ist folgendes: Eine Biene produziert weit mehr Honig, als sie selber benötigt. Diese Tatsache bedarf einer Erklärung. Mit dem Trugschluss der Evolutionisten lässt sich nicht erklären, warum ein unbewusstes Wesen, das sich im eigenen Überlebenskampf befindet, so eine mühevolle Aufgabe so hartnäckig und beharrlich durchführt.
Hier begegnen wir mit einer weiteren Wahrheit Gottes. Wie wir bereits anhand der Nahl Sure festgestellt haben, „offenbart” Gott der Honigbiene, Honig zu produzieren. Und das ist der einzige Grund für die unendliche Opferbereitschaft der Honigbiene. Sie folgen dem Auftrag ihres Schöpfers. Was der Mensch im Angesicht dieser Wahrheit denkt, findet sich in der Fortsetzung der Sure an-Nahl: „...Ohne Zweifel liegt hier eine Wahrheit verborgen, die für eine denkende Gesellschaft Wirklichkeit ist." (Sure an-Nahl, 69)
5. Bevor die Arbeiterbienen ausfliegen um auf Nahrungssuche zu gehen, haben sie noch eine weitere wichtige Aufgabe: Wachposten.
Vor jedem Bienenstock befinden sich Wachposten. Ihre Aufgabe besteht darin, sich Eindringlingen entgegenzustellen und zurückzudrängen. Jedes Lebewesen, das nicht den Geruch des Bienenstocks trägt, wird als Feind der anderen Bienen und Larven betrachtet.
Wenn am Eingang des Stocks ein Fremder ausgemacht wird, reagieren die Wachbienen sehr harsch. Mit einem schnellen Flügelschlag warnen sie sofort die Anderen. Gegen den Eindringling verwenden sie ihren giftigen Stachel. Dieses Gift enthält gleichzeitig einen Duftstoff, der sich im Stock verbreitet und ein starkes Gefahrensignal ist. Dem folgen die Bienen, indem sie sich kampfbereit zum Eingang des Stocks begeben.
Wenn die Wachbiene mit ihrem Stachel den Feind verletzt und ihm das Gift spritzt, wird der Geruch noch intensiver. Je stärker der Geruch ist, desto entschlossener kämpfen die Bienen.140
Eigentlich kommt die Verteidigung des Bienenstocks einem Selbstmord gleich. Der Stachel der Honigbiene hat kleine Widerhaken, wie die Stacheln des Igels. Aus dem Fleisch der meisten Tiere können sie ihn daher nicht mehr herausziehen. Während die Biene versucht zu fliegen, bleibt der Stachel in der Haut des Feindes stecken und der Rumpf der Biene reisst ab. Im abgerissenen Teil befinden sich die Giftblase und die Nerven, die dieses kontrollieren. Während die Biene an ihrer Verletzung eingeht, entsteht den übrigen im Stock dadurch einen Vorteil. Die aus dem Körper der toten Biene gerissene Giftdrüse pumpt immer weiter Gift in die Wunde ihres Opfers.141
Wie kann man erklären, dass ein kleines Lebewesen vom Moment seiner Geburt an ohne Pause und ohne zu ermüden mit größter Sorgfalt und sogar unter in Kaufnahme des Todes sich für andere einsetzt? Darüber hinaus weisen seit Millionen von Jahren überall auf der Welt sowohl die Honigbienen als auch die Ameisen genau diese Opferbereitschaft auf. Es ist also kurz gesagt eindeutig, dass der erhabene Schöpfer aller Kreaturen, Gott, diesen Lebewesen ihr Handeln vorgibt, dass so viele Opfer in dieser kurzen Frist bereithält.
„Siehe, ich vertraue auf Gott, meinen Herrn und eueren Herrn. Kein Lebewesen gibt es auf Erden, das Er nicht am Schopf erfasst. Siehe, meines Herren Weg ist gerade.” (Sure Hud, 56)




FAZIT


Alle Lebewesen, die in diesem Buch als Beispiel herangezogen wurden, zeichnen sich durch eine Gemeinsamkeit aus: Sie sind opferbereit, barmherzig und gütig. Allesamt haben sie gegenüber ihren Partnern, Jungen oder anderen Lebewesen einen Schutzinstinkt, Mitleid und Erbarmen. Gleichzeitig treffen sie schlaue Vorkehrungen für ihre eigene Sicherheit, haben intelligente Wege gefunden, sich gegenseitig Nahrung sicherzustellen und vollbringen architektonische Meisterwerke wie ein Architekt oder Ingenieur.
Doch es einen wichtigen Gesichtspunkt, den wir bereits mehrmals in diesem Buch hervorgehoben haben und den wir nicht außer Acht lassen dürfen: Bei den Tieren, von denen die Rede ist, handelt es sich um winzige Käfer, Vögel oder auch eine Kröte. Wäre es richtig zu erwarten, dass diese intelligenten und auf Informationen basierenden Ideen, von den Tieren, von denen wir oftmals nicht einmal behaupten können, dass sie ein Gehirn haben, selber herausgefunden worden sind?
Oder können sich ein Käfer oder ein Vogel gütig, barmherzig und opferbreit verhalten?
Kann ein Tier so hohe ideelle Werte haben?
Wie können wir die treue Hingabe eines Pinguins für seine Partnerin und seine Kinder bis in den Tod erklären?
Warum wirft sich eine Gazelle oder ein Zebra zwischen ihr Junges und einen Feind?
Jeder einzelne dieser Punkte ist ein großes Problem für die Evolutionstheorie, die behauptet, dass Zufall und leblose Materie dafür verantwortlich sind. Die Evolutionisten behaupten normalerweise, dass Tiere aus Instinkt heraus handeln und dass dieser Instinkt vorprogrammiert ist. Und diese Behauptung bringt sie in eine noch tiefere Sackgasse. Denn nach dieser Aussage drängt sich die folgende Frage auf: Wer erstellt dieses Programm für diese Instinkte, also die Opferbereitschaft, die Barmherzigkeit, die Güte, die Fähigkeit und das Wissen, wie ein Nest gebaut wird? Wie kann plötzlich in einem Gen, das aus leblosen Elementen wie Phosphat und Kohlenstoff besteht, solch ein Programm entstehen?
Die Evolutionisten haben auf keine dieser Fragen eine Antwort. Einzig und allein um die Lücke zu füllen und Menschen, die nicht länger nachdenken hinters Licht zu führen, sagen sie, dass „Mutter Natur” für die Besonderheiten in den Genen der Tiere verantwortlich sei. Wir hören häufig Sätze wie „Die Natur hat den Lebewesen den Instinkt verliehen, dass sie sich um ihren Nachwuchs kümmern” oder auch „die Natur hat den Vögeln die Fähigkeit verliehen, ihre Nester zu bauen”. Kann die Natur über eine solche Macht verfügen? Was wir als Natur bezeichnen ist ein Ganzes, das aus Bäumen, Steinen, Flüssen, Bergen, Wasser und Erde besteht, die ebenfalls erschaffen worden sind. Welcher Bestandteil der Natur verfügt sowohl über die Macht als auch über die Fähigkeit, Information und das Bewusstsein, den Tieren ihre Eigenschaften zu verleihen?
Die Evolutionisten, die der Natur Schöpfungskraft zuschreiben, weisen in ihrer Logik eigentlich kaum ein anderes Verhalten auf als die Leugnenden, die uns der Quran beschreibt. Sie erheben die Natur zum „Götzen”. Doch in Wahrheit verfügt die Natur über keine dieser Eigenschaften, wurde selber erschaffen und ist ein Ganzes mit der Schöpfung. Folgendes sagt der Quran über diejenigen, die eine hilflose Existenz zum Götzen machen:

Jedoch, sie nehmen sich außer Ihm andere Götter, die nichts erschaffen haben, sondern selber erschaffen wurden, und die weder sich zu schaden oder zu nützen vermögen, noch Macht über Leben oder Tod oder Auferweckung haben. (Sure al-Furqan, 3)

Nach allen Gesetzen des Verstandes und der Logik kann keine Existenz, die weder Macht noch Bewusstsein hat, anderen Existenzen Bewusstsein, Intelligenz, Wissen, Fähigkeit oder ideelle Werte verleihen.
Die Wahrheit ist offensichtlich und liegt auf der Hand: Es ist Gott, der Erbarmende und Barmherzige, der Behüter und Schöpfer aller Kreaturen, Der selber endlos barmherzig und gütig ist und die Lebewesen mit Barmherzigkeit, Güte und Opferbereitschaft erschaffen hat.
Die begrenzten Beispiele für Opferbereitschaft, Barmherzigkeit und Güte, die wir in diesem Buch betrachtet haben, sind ein Beweis für die grenzenlose Barmherzigkeit und Güte unseres Schöpfers, Der uns und alle Kreaturen erschaffen hat und aufrecht hält. Es sind nicht die Mütter, die sich entscheiden ein Vogeljunges oder eine junge Gazelle zu schützen, zu nähren und zu bewachen. Sie opfern sich auf und riskieren Tag und Nacht ihr Leben um ihre Jungen zu schützen und zu nähren, weil Gott es ihnen befohlen hat.
Doch die grenzenlose Barmherzigkeit und Güte unseres Schöpfers bezieht sich nicht nur auf diese Tiere, sondern umfasst auch den Menschen und das gesamte Universum. Daher kennen Menschen mit Gewissen und Verstand, die nachdenken und die Wahrheit erkennen, Gott folgendermaßen:

„… Siehe, mein Herr gibt auf alle Dinge acht.” (Sure Hud, 57)

Und auch so: “O mein Herr! Vergib und habe Erbarmen; denn Du bist ja der beste Erbarmer.” (Sure al-Mu’minun, 118)

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